KOLLEGEN.

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Gefangenenwesen

12 Std. Arbeitszeitmodell unter der Lupe

Aus den Erkenntnissen, die wir als Petitionsgruppe und spätere Arbeitsgruppe gewinnen konnten, ergab sich selbstverständlich das Erforderniss, das bis dato praktizierte 12 Std. Arbeitszeitmodell, welches im Bereich Gefangenenwesen noch immer praktiziert wird, zu überprüfen. Besonderes Augenmerk legten wir hierbei auf die Verteilung der Arbeitszeit nach § 6 TV-L, Zurückgewährung der Ersatzruhetage für Sonntagsarbeit inklusive der einzuhaltenden Ruhezeiten und die Anzahl beschäftigunsgfreier Sonntage pro Kalenderjahr.

Wer hat die Petitionsgruppe gebeten den 12 Std. zu prüfen?

Als Beschäftigte im Zentralen Objektschutz (ZOS) haben wir die letzten Jahre im 12 Std. Dienst verbracht. Selbstverständlich war es unser Anliegen herauszubekommen ob wir, seit Einführung des TV-L (1. November 2006 ), in den Grenzen des ArbZG und TV-L beschäftigt wurden. Das Gef. hat kein Alleinstellungsmerkmal das die fortwährende Anwendung des 12. Std. Dienstes rechtfertigen würde. Somit wäre, sofern wir uns nicht organisiert hätten, das 8 Std. Metropolitan im Gef. eingeführt worden. Wer Gegenteiliges behauptet, wirkt manipulierend und realitätsfern auf die Betroffenen ein.

Unser Vorgehen ist Grundrecht und baut auf das demokratische Mehrheritsprinzip auf. Jeder Kollege der aufgrund vermeintlicher persönlicher Nachteile nun rumwettert, scheint Defizite in seinem Demokratieverständnis zu haben.

Gefangenenwesen

Im Bereich Gefangenenwesen (Gef.) wird nach wie vor der altbekannte 12 Std. Vierteldienst praktiziert. Der 12 Std. Vierteldienst erreicht 2184 Std./Jahr, verteilt auf 273 Arbeitstage, mithin verstößt die Verteilung der Arbeitszeit auf 5,25 Arbeitstage/Woche gegen § 6 TV-L. Ob die Überarbeit im Nachgang durch Freischichten ausgeglichen wird, ist unerheblich.

Ein etwaiges Arbeitszeitmodell muss im Vorfeld die gesetzlichen Rahmenbedingungen berücksichtigen.

Verteilung der Arbeitszeit nach § 6 TV-L

273 Arbeitstage : 52 Wochen = 5,25 Arbeitstage/Woche

Ersatzruhetage für Sonntagsarbeit

Der Ersatzruhetag hat die Eigenschaft, dass er von 0 Uhr bis 24 Uhr gilt + eine sich anschließende 11-stündige Ruhezeit; somit sind 35 Std. frei. Im 12. Std. Vierteldienst hat jeder Kollege einen richtigen Tag frei, an dem ein Ersatzruhetag gewährt werden könnte. Hier haben wir festgestellt, dass die Ruhezeit des Ersatzruhetages regelmäßig um 4 Std. gekürzt wird. Hierbei ist es völlig unerheblich, wann der Ersatzruhetag gewährt wird. Die Ansprüche steigen tendenziell, da davon auszugehen ist, dass der Tag, an dem eine Zurückgewährung stattfindet, ein Feiertag ist.

Beschäftigungsfreie Sonntage

Im 12 Std. Vierteldienst erreicht jeder Kollege im Schnitt 13 Sonntage; das sind 2 beschäftigungsfreie Sonntage pro Kalenderjahr zu wenig.

Ergebnis

Betrachtet man den Gesamtumstand, wie die regelmäßige Kürzung der Ruhezeiten, kommt man im Ergebnis zu der Erkenntnis, dass zu wenig freie Tage im Dienstplan berücksichtigt wurden. Bei einem Ausschlaftag + zwei freie Tage wären zum einen die beschäftigungsfreien Sonntage erfüllt und die Ruhezeiten würden nicht gekürzt werden.

Ganz nebenbei würde man der Verteilung der Arbeitszeit nach § 6 TV-L gerecht werden.

Zeitschaden

Wir haben für einen Kollegen des Gef. (A-Gruppe) einen Zeitschaden in Höhe von 178 Std. errechnet. Darin entahlten sind 108 Std. gekürzte Ruhezeiten und zwei fehlende Sonntage a`35 Std. – Ergebnis: 178 Std. für das Jahr 2017.

~ Stunden

Auf Basis unserer Bewertung können wir das Info-Schreiben der DPolG noch weniger nachvollziehen.

www.wiraktiv.de – Eine Initiative von Kollegen für Kollegen

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